Geistig fit – auch im Alter

So senken Sie Ihr Alzheimer-Risiko

Eine Garantie dafür, nicht an Alzheimer-Demenz zu erkranken, gibt es nicht. Erkrankungen des Gehirns sind die größte Herausforderung für die moderne Medizin. Eine Pille gegen das Vergessen wurde noch nicht erfunden! Doch Wissenschaftler sind sich längst einig: Es lässt sich viel tun, um das Risiko deutlich zu senken!

Körperliche Fitness ist eine wirkungsvolle Vorbeugung gegen Demenz. Dabei zählt jeder Schritt! Wer öfter mal das Auto stehen lässt, die Treppen benutzt, täglich 30 Minuten für moderaten Sport aufbringt und seinen Körper mit Sauerstoff versorgt, tut auch seinem Gehirn etwas Gutes. Ein abwechslungsreicher Speiseplan ist auch leckeres „Futter“ für den Denkapparat. Eine Kombination aus viel Obst und grünem Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, guten Ölen, Nüssen und viel Fisch hält die grauen Zellen in Schwung. Grüner und Schwarzer Tee gelten ebenfalls als Demenz-Prophylaxe. Geflügel und Milchprodukte sollten in Maßen genossen, rotes Fleisch nur selten verzehrt werden.

Gemeinsam den Horizont erweitern

Auch soziale Kontakte sind wichtig. Geselligkeit hält geistig frisch! Wer allein ist, hat ein höheres Alzheimer-Risiko. Das Problem: Gerade im Alter nimmt die Anzahl zwischenmenschlicher Kontakte oft ab. Das soziale Netz bekommt Löcher. Doch Einsamkeit und Sinnentleerung müssen nicht
sein!(1) Im Seniorenalter ist Engagement gefragt. Es lohnt sich, einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen. Ein ELKA-Sprachkurs ist hierfür ideal!

Sprachen lernen – Fitness für den Geist

Muskeln müssen trainiert werden, um dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Das Gleiche gilt für unser Gehirn! Wer in seinem Leben mindestens eine fremde Sprache gelernt hat, dessen Gehirn baut offenbar im Alter weniger schnell ab. Dies ergab eine Langzeitstudie der University of Edinburgh mit 835 Menschen des Jahrgangs 1936.(2) Führende Wissenschaftler sind heute überzeugt: Sprachkenntnisse und eine verzögerte Entwicklung von Demenz im Alter
hängen zusammen. Auch Sprachkenntnisse, die erst im Erwachsenenalter erworben werden, sind von Nutzen für das alternde Gehirn und können den Abbau geistiger Fertigkeiten bremsen. Je mehr ein Gehirn gefordert wird, desto mehr Synapsen bilden sich heraus. Diese Vernetzung sorgt für steigende Hirn- und Speicherfunktionen und kann Alzheimer bremsen. Besonders wichtig hierbei ist, dass bestimmte Eindrücke wiederholt werden! 90 Prozent der Alzheimer-Patienten haben in den letzten zehn Jahren nichts Neues gelernt. Mit jedem Studienjahr sinkt das Alzheimer-Risiko um 17 Prozent!
„Es genügen offenbar bereits wenige neu gebildete Zellen, um die Netzwerkarchitektur des Gehirns grundlegend zu verändern“, so der Berliner Neurologe Prof. Dr. Gerd Kempermann.(3) Zeitungsrätsel zu lösen, reicht hierfür jedoch nicht aus. „Das Gehirn profitiert eher, wenn man etwas Neues wie Sprachen lernt“, sagt Christian Leibinnes, Sprecher der Alzheimer-Forschung Initiative e.V. (AFI) in Düsseldorf.(4) Es lohnt sich also, zum Wörterbuch zu greifen!

1: n-tv | 2: Annals of Neurology (DOI: 10.1002/anna24158) | 3: Informationsdienst Wissenschaft | 4: Neue Westfälische